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G

Gender

In der Geschlechterforschung wird zwischen Sex (biologisches Geschlecht einer Person, vgl. Sex) und Gender (soziales Geschlecht einer Person) unterschieden. Demnach ist Verhalten nicht angeboren, sondern gesellschaftlich erlernt und entsprechend veränderlich. Dass Sex und Gender nicht dasselbe sind, wird u.a. anhand von Schmähungen wie „Du Mädchen!“ deutlich – hier wird das Verhalten einer Person mit Bezug auf das Geschlecht als unangemessen markiert. Auch die Anweisung „Sei ein Mann!“ wäre unsinnig, würde hiermit eine bestimmte Biologie und nicht ein spezifisches Sozialverhalten eingefordert.

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Gendergap


Gendersternchen

Das Gendersternchen * wird häufig als Platzhalter für alle Geschlechter neben „weiblich“ und „männlich“ verwendet, ähnlich wie der Gendergap _ (Unterstrich). Die Schreibweise mit Gendersternchen adressiert so unter anderem Personen, die sich weder als weiblich noch männlich verorten und weist darüber hinaus allgemein auf die Vielfalt der Geschlechter hin.

Ausgesprochen wird das Gendersternchen durch eine hörbare, kurze Pause zwischen beiden Wortteilen.

Beispiel: Schüler*innen, Junge*.

Wenn wir Junge* oder Mann* schreiben, sprechen wir alle Menschen an, die diesen Kategorien zugeordnet werden oder sich selbst dieser Kategorie zuordnen. So machen wir kenntlich, dass wir Junge*- und Mann*sein in all seiner Vielfalt und Facetten meinen; Also beispielsweise sowohl einen Jungen, der als Junge geboren wurde, als auch einen Jungen, dem bei seiner Geburt das weibliche Geschlecht zugeordnet wurde.

Eine weitere, ähnliche Möglichkeit, geschlechtliche Vielfalt sprachlich sichtbar zu machen, ist der Gendergap _ (Unterstrich): Schüler_innen, Junge_.



Geschlechterdualismus

Geschlechterdualismus, auch: Kultur derZweigeschlechtlichkeit, ist die Überzeugung, dass es lediglich zwei (lat.dualis = zwei enthaltend) Geschlechter gebe und diese deutlich voneinanderabzugrenzen seien („ein typischer Mann“, „eine typische Frau“). Mit beidenKategorien sind spezifische Rollenerwartungen verknüpft, was zu Kritik anIndividuen führt, die diesen nicht nachkommen. Personen, die keiner der beiden Kategorienzugeordnet werden können, finden sich in Hinblick auf ihre Identität imGeschlechterdualismus häufig nicht wieder und sehen sich nicht seltenAnfeindungen und tätlichen Übergriffen ausgesetzt.

Weiterführend:
https://lexikon.stangl.eu/22571/androgynie/

https://lexikon.stangl.eu/2013/dualismus/


Geschlechtergerechte Sprache

Im Deutschen werden gemischte Gruppen und Individuen unbekannten Geschlechts i.d.R. pauschal mit der männlichen Form bezeichnet. Das Ziel geschlechtergerechter Sprache ist es, Frauen und andere Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbarer zu machen und somit Gleichstellung voranzutreiben. In geschlechtergerechter Ausdrucksweise werden so z.B. Asterisken („Lehrer*innen“) und Unterstriche („Pädagog_innen“) geschrieben oder neutrale Formen verwendet („Studierende“).


Geschlechterhierarchie

Der Begriff Geschlechterhierarchie beschreibt i.d.R. eine explizite oder implizite Gesellschaftsordnung, in der (heterosexuelle) Männer als besonderswertvoll und kompetent gelten und mit Privilegien ausgestattet werden. Frauen und andere Geschlechtsidentitäten sind dagegen in einer unterlegenen Position (vgl. Patriarchat). Entsprechend werden (heterosexuelle) Männer mit weitreichender Entscheidungsmacht ausgestattet, während der Zugang von Frauen zu öffentlichen Ämtern, Orten und Besitztümern aktiv oder durch verdeckte Mechanismen begrenzt ist. Diese in vielen Ländern und Kulturen verbreitete Bevorzugung des männlichen Geschlechts findet etwa in dem Umstand Ausdruck, dass die Ein-Kind-Politik Chinas zur massenhaften Abtreibung weiblicher Föten führte.


Geschlechterrollen

Mitdem biologischen Geschlecht einer Person werden zumeist gesellschaftliche Erwartungenin Hinblick auf das Sozialverhalten verknüpft. Hintergrund ist die Vermischungder Kategorien Sex (biologisches Geschlecht) und Gender (soziales Geschlecht,vgl. Gender). Hieraus ergibt sichdie Annahme, das biologische Geschlecht einer Person müsse sich auf einespezifische Weise in Verhalten, Aussehen und individuellen Eigenschaftenwiederspiegeln. So werden beispielsweise kurze Haare, Leistungsbereitschaft undAggression mit dem männlichen, Make-Up, Empathie und Kooperationsbereitschaftmit dem weiblichen Geschlecht in Verbindung gebracht und im Sinne einerRollenerwartung auch von Individuen eingefordert.

Weiterführend:
https://www.herder.de/kiga-heute/fachbegriffe/geschlechtsspezifische-erziehung/

http://soziologie-kompakt.de/w/Sozialisation